Dr. Klaus Schenck

Dr. Klaus Schenck

Schon mein Firmenname „Focus Five Coaching Solutions“ deutet meine Freude an Perspektivenvielfalt an. Ich hatte bereits als Staplerfahrer, Fotolaborant, Ski-Übungsleiter, Hilfsgärtner, Molekularbiologe, Wissenschaftsjournalist und „globaler“ Medizinproduktemanager gearbeitet, bevor ich mich 2004 als erst als Coach, dann auch als Dozent, Trainer, Therapeut, Berater und Organisationsentwickler selbständig machte.

„Systemische“ Ideen begleiten mich seit über 30 Jahren, „hypnosystemische“ seit 1995, „Solution Focus“ seit 2001, „Constraints Focus“ seit 2005 und „Agilität“ seit 2008. Zwischen diesen flexibel wechseln und mischen zu können, ist eine Bereicherung meiner Arbeit (jedenfalls für mich, und meistens – hoffentlich – auch für meine Klienten …).

2021 habe ich 40 Denklandkarten (solcher, wie der hier im Workshop) in dem Buch „Konflikte in Projekten“ veröffentlicht. Eine Leseprobe daraus sowie frühere Veröffentlichungen von mir gibt’s hier: https://sites.google.com/site/klausschenck/free-resources-articles

12:15 - 13:00

Lösungsfokussierte Landkarten mit systemischem Rand

Kennen Sie die uralte Fabel der „Blinden am Elefant“? Wie der Standpunkt dieser „Blinden“ bestimmt, welchen Teil des legendären „Elefanten“ sie schon für das größere Ganze halten, bestimmen unsere (Denk-) Werkzeuge und Haltungen, welchen Teil der Welt wir wahrnehmen können. Berater unterschiedlicher Herkunft haben oft unterschiedliche Lieblingswerkzeuge.

  • Lösungsfokussierte Berater lieben ihre Skalierung und die Wunderfrage.
  • Agile Coaches predigen iteratives Vorgehen („inspect and adapt“).
  • Systemische Berater erkunden besonders gerne Konstellationen und Kontexte.

Solche Werkzeuge übersetzen wir Berater in Fragen, die Klienten dabei helfen sollen, Hoffnung zu nähren, Orientierung zu gewinnen und letztich in ihrer Welt (wieder) handlungsfähig zu werden. Dabei fokussieren die Fragen die Aufmerksamkeit der Klienten. Und die „Denklandkarten“ der Berater, unsere Vorstellungen davon, was wichtig und einflussreich ist, bestimmen unsere Auswahl an Fragen.

Das Risiko dabei: Jedes Werkzeug begrenzt den Blick auf die Welt, erzeugt seinen eigenen „Blinden Fleck“. Wie (angeblich) Paul Watzlawick gesagt hat: „Wer nur einen Hammer hat, für den besteht die Welt aus Nägeln“. (Oder, in der psychoanalytischen Version: „Wer nur einen Schraubenschlüssel hat, für den besteht die Welt aus Muttern“.) Also lohnt es sich, eine gewisse Vielfalt an Werkzeugen parat zu haben, um mit der Vielfalt an Menschen und ihren Situationen und Weltbildern beraterisch gut und wirksam umgehen zu können. Dann können sich die Blinden Flecken gegeseitig beleuchten und so nützliche Handlungsmöglichkeiten umfassender erhellen.

In diesem kurzen Workshop verbinde ich drei solcher Werkzeuge zu einer Gesamt-„Landkarte“.

  • Die „Skalierung“ reduziert „die Welt“ von Klienten maximal, auf wenige Zahlen. Zwischen „10“ (Idealzustand) und „0“ (das Gegenteil davon) können Klienten eine ganze Lösungslandschaft entfalten und kleine Schritte vom jetzigen Wert hin zu einem Zielwert („Gut-Genug“) entwerfen.
  • Der „PICCA-Zirkel“ blendet dazu die Bewegung und Veränderung in der Zeit wieder ein, im Wechselspiel von Handeln, Reflektieren („inspect“) und Anpassen der nächsten Handlungsschritte („adapt“).
  • Der „Wishbone“ erkundet zusätzlich die Grenzen des Handlungsraums und mögliche Hindernisse auf dem Weg als Kontextfaktoren für PICCA-Zirkel. Hier lässt sich auch die fokussierende Kraft von Engpässen („enabling constraints“) miterkunden.

So integrieren sich lösungsfokussierte, engpassorientierte, agile und systemische Welt zum Nutzen von Klienten ganz zwanglos, fast schon spielerisch.

In diesem kurzen Workshop lassen sich die vorgestellten Werkzeuge gleich auf eigene Anliegen anwenden und so – trotz virtueller Konferenz – auch ganzkörperlich live erlebbar machen Dafür ist es gut, wenn ihr ein kleines Anliegen (irgendetwas, von dem ihr wünscht, dass es ein kleines bisschen besser werden möge) mitbringt – und die Vorfreude darauf, dass das hier bis zum Ende des Workshops schon Wirklichkeit geworden sein darf!